Am 7. und 8. Juli 2026 haben wir an einer zweitägigen Schulveranstaltung im Stadtlabor Soest teilgenommen, einem gemeinsamen Ort für bürgerschaftlichen und regionalen Austausch. Die Veranstaltung führte Schülerinnen und Schüler in die Grundlagen immersiver Medien ein und gab Einblick in unsere Forschung wie in den Studiengang Computervisualistik und Design (CVD) der Hochschule Hamm-Lippstadt.
Statt eines Vortrags war das Format von Anfang an praktisch: nach einer kurzen Einführung, was immersive Medien eigentlich sind und wo sie eingesetzt werden, verbrachten die Schülerinnen und Schüler die meiste Zeit damit, VR- und AR-Vorführungen auf verschiedenen Geräten selbst auszuprobieren.
Training für die Wirklichkeit, in VR
Eine der Vorführungen war eine VR-Anwendung für das Wartungstraining an Windenergieanlagen — derselbe Anwendungsfall, der hinter unserem CHI-2026-Beitrag „XR Training in Challenging Environments: The Wind Turbines Case" steht. Der Beitrag untersucht, worauf XR-Training Rücksicht nehmen muss: enge Räume, körperliche Beanspruchung und Abstimmung im Team, nicht bloß visuelle Wirklichkeitstreue.
Für die Schülerinnen und Schüler war es die Gelegenheit, eine sicherheitskritische, schwer zugängliche Arbeitsumgebung aus sicherer Entfernung zu erleben — ein greifbares Beispiel dafür, warum XR-Training über Unterhaltung hinaus zählt.
Mit AR durch die Straße
Die zweite Vorführung nutzte eine AR-App auf dem Smartphone, die die Schülerinnen und Schüler eine Straße entlang führte und dabei Sehenswürdigkeiten in ihrer Umgebung hervorhob — eine praktische Veranschaulichung derselben Prinzipien, die hinter unserem Projekt ARiadne stehen, das AR-Navigation für reale Stadträume entwickelt.
Wegweiser direkt über der echten Straße zu sehen statt auf einer flachen Karte ist meist der Moment, in dem AR bei Menschen einrastet, die es noch nie ausprobiert haben. Bei dieser Gruppe war es nicht anders.
Warum wir zu solchen Veranstaltungen fahren
Veranstaltungen wie diese gehören dazu, wenn man Schülerinnen und Schüler aus der Region sowohl mit immersiver Technik als auch mit dem CVD-Studiengang zusammenbringen will, der an der HSHL die nächste Generation von XR-Entwicklerinnen und -Gestaltern ausbildet.
Für uns ist es außerdem nützlich: die eigene Forschung einem fachfremden Publikum in kurzer Zeit zu erklären, ist eine gute Probe darauf, ob man selbst verstanden hat, warum sie zählt.
Vom Labor auf die Straße
Zwei Tage, Dutzende Schülerinnen und Schüler und zwei sehr verschiedene XR-Anwendungsfälle — einer im Inneren einer Windenergieanlage, einer auf der Straße davor — zeigten dasselbe: immersive Technik versteht man am leichtesten, wenn man sie selbst ausprobiert hat.
Wir danken dem Stadtlabor Soest für die Gastfreundschaft und freuen uns auf weiteren Austausch dieser Art.
Zuerst erschienen im Blog des Immersive Reality Lab.